Inhaltsverzeichnis
Das Genossenschaftshaus
Das Gebäude
Das Genossenschaftshaus in der Mitte des Freidorfs wurde
1922 bis 1924 erbaut. Das markante Glockenspiel im Türmchen
ist mancher Generation im Quartier vertraut. Viele Jahre war
das Gebäude das Zentrum des genossenschaftlichen Lebens
mit einem Laden, einem Restaurant, einer Kegelbahn, einem
grossen Saal, der Freidorf-Schule mit zwei Schulzimmern und
einer Turnhalle sowie dem Genossenschaftlichen Seminar.
1972 wollte das Freidorf das Gebäude abreissen, aber die
Denkmalpfiege verhinderte dies. 1974 wurde das Rechenzentrum von Coop im Genossenschaftshaus untergebracht. Seit
2003 ist es Sitz verschiedener Firmen.
Das Genossenschaftshaus von der Gartenseite aus; Photo: Hoffmann, Basel, 1924
Der Laden
Zum Freidorf gehörte von Anfang an ein Laden. Die Siedler
gaben im Laden viermal mehr Geld aus als für die Miete der
Häuser. Viele Arbeiten wie die Sortimentsgestaltung, den
Einkauf oder die Werbung führten die Mitglieder ehrenamtlich
aus. Der eigentliche Verkauf wurde der Verkäuferinnenschule
übertragen, die sich ebenfalls im Genossenschaftshaus
befand. Mit den neuen Überbauungen im Umkreis des Freidorfs
wurde der Laden zu klein. Er wurde 1967 von Coop
Basel ACV übernommen und 1976 durch den Laden auf der
anderen Seite der St. Jakob-Strasse ersetzt.
Der Freidorfladen, ca. 1926
Das Geld
Heute kaum mehr vorstellbar: Das Freidorf hatte eigenes
Geld. Es war aus Aluminium und wurde vom Architekten
Hannes Meyer entworfen. Viele Konsumgenossenschaften
hatten solche «Konsum-Marken». Die Mitglieder kauften
sie im Laden und bezahlten dafür mit Schweizer Franken.
Sie konnten damit im eigenen Laden und bei bestimmten
Lieferanten Waren einkaufen. Der Umsatz jedes Mitglieds
konnte am Ende des Jahres einfach ermittelt werden,
weil man wusste, wer wie viel Freidorfgeld gekauft hat.
Das Freidorfgeld wurde im Laden bis 1937 verwendet.
1948 wurde es ganz abgeschafft.
Freidorf-Münze im Wert von 1 Fr.; Photo: Philipp Potocki, 2019
In Kürze
| Genossenschaftshaus | Grundriss: | 68m x15 m |
| Erbaut: | 1922-1924 | |
| Laden: Umsatz in Franken | 1922 | 522'070 |
| 1932 | 595'717 | |
| 1942 | 598'015 | |
| 1952 | 1'108'350 | |
| 1962 | 966'458 |
