Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


oeffentlich:50jahre:mitarbeiter_in_der_verwaltung

Mitarbeiter in der Verwaltung

In der Verwaltung haben bis jetzt mitgearbeitet (ausser Präsidenten):

Ulrich Meyer 1919-1929 Vizepräsident bis 1924, Sekretär 1924-1929
Redaktor der Lokalseite, Registerführer und Chronist 1920-1955
Dr. Eberhard Vischer 1919-1929 Sekretär bis 1921
Fritz Düscher 1919-1924 Kassier
August Plüss 1919-1933 Buchhalter
Josef Brügger 1919-1947 Vizepräsident ab 1924
August Lacoste 1919-1924 Sekretär ab 1921
Alfred Lei 1919-1934
Heinrich Möcklin 1919-1920 (bis zu seiner Anstellung als Magaziner)
Rudolf Kläusler 1920-1958
Willy Geyer 1924-1947 Kassier, Vorsitzender der Sicherheitskommission 1921-1924 Bibliothekar 1921-1945
Fritz Herwig 1924-1956 Vorsitzender der Kontrollstelle 1919-1924
Max Angst 1933-1939 Buchhalter
Reinhard Schneider 1934-1955
Karl Krummenacker 1940-1943 Buchhalter ab 1939
Paul Kleeb 1943-1955 Buchhalter bis 1947
Frau Mathilde Gallinger 1946-1963 Präsidentin des Genossenschaftlichen Frauenvereins
Felix Giuliani 1946-1961 Vorsitzender der Betriebskommission 1949-1961
Fritz Bachmann 1947-1960 Sekretär bis 1955
Josef Kissling 1947-1955
Cassian Hobi 1948-1967 Kassier und Vizepräsident
Dr. Hans Dietiker 1955-1961 Vorsitzender der Erziehungskommission 1951-1961
Peter Geyer seit 1955 Vorsitzender der Finanzkommission seit 1957
Gaston Rudin seit 1955 Vorsitzender der Unterhaltungskommission 1938-1951
Alfons Studer seit 1956 Vorsitzender der Unterhaltungskommission seit 1956
Liny Eckert seit 1958 Sekretärin seit 1961
Redaktorin der Lokalseite und der «Mitteilungen» seit 1956
Georg Tschudin seit 1960 Registerführer, Mitglied der Engeren Baukommission seit 1963
Josef Schwager seit 1961 Präsident des Volkschors 1961-1967
Mitglied der Engeren Baukommission seit 1963
Paul Freivogel 1961-1963 Vorsitzender der Unterhaltungskommission 1951-1956
Vorsitzender der Erziehungskommission 1961-1964
Rene Grob seit 1962 Vizepräsident seit 1966, Mitglied des Finanzausschusses seit 1964
Frau Margrit Degen seit 1963 Präsidentin des Genossenschaftlichen Frauenvereins
Hans Lenz seit 1963 Mitglied der Engeren Baukommission seit 1963
Theodor Siegrist seit 1967 Kassier, Vorsitzender der Betriebskommission 1962-1967
Mitglied des Finanzausschusses seit 1967
Den Verwaltungssitzungen wohnen regelmässig bei
Fritz Müller Vorsitzender der Baukommission
Emil Gisin-Ulrich Ladenleiter, Rechnungsführer 195 2-1967
Leitung des Restaurants 1965-1968
Geschäftsführer der Siedlung seit 1967
Delegierte des VSK und der Stiftung Dr. Bernhard Jaeggi 1919-1944 VSK und Stiftung
Otto Zellweger 1944-1957 VSK und Stiftung
Walter Zwählen 1957-1962 VSK
Charles-Henri Barbier 1957-1962 Stiftung
seit 1962 VSK und Stiftung
Vorsitzende der Kontrollstelle Fritz Herwig 1919-1924
Edmund Neidhard 1925-1940
Georg Eggenschwiler 1941-1949
Willy Maurer 1950-1957
Arnold Gut 1958-1968
Otto Frefel seit 1969
Stiftung zur Förderung von Siedelungsgenossenschaften,
Mitglieder der Stiftungskommssion
Dr. h.c. Heinrich Küng Präsident, Delegierter der Verwaltung
alt Direktor der GZB
Dr. Walter Kehl Generalsekretär des VSK
Charles-Henri Barbier alt Direktor des VSK

Pauline Jaeggi-Büttiker

Diese Frau verdient ein Ehrenblatt in dieser Jubi­läumsschrift. Sie war, wie die von Dr. Henry Faucherre verfasste Grabinschrift sagt, die treue Helferin ihres Gatten, die an allem, was diesen Unermüdlichen bewegte, Anteil nahm und still auf vieles verzichtete. Das Freidorf und die Freidörfler waren ihr lieb; sie nahm in Freud und Leid teil an ihrem Geschick und half, wo sie konnte. Sie blieb bis an ihr Lebensende «ein Vorbild edler Frauenwürde». Zu ihrem 90. Geburtstag schenkte ihr das Freidorf eine Gedenktafel ihres Gatten, die am Genossenschaftshaus angebracht und am 23. August 1958 eingeweiht wurde. Und zu ihrem 95. Geburtstag spendeten alle Siedler Beiträge, damit zu ihren Ehren eine Jugendbibliothek eingerichtet werden konnte. Bald darauf, am 11. April 1963 ist sie gestorben, nachdem sie in den letzten Jahren aufopfernd und liebevoll gepflegt worden war von ihrer langjährigen Haushälterin, Frau Anna Schedler. Mit Rücksicht auf die neuen Bewohner des Hauses 115 wurde die Grabstätte in den südöstlichen Teil des Gartens verlegt, so dass die Gräber nun von der Strasse her zugänglich sind. An ihrem Geburtstag, 26. Februar 1964, wurde ihre Urne dort beigesetzt.

Das Beispiel von Frau Pauline Jaeggi mag bei man­cher Frau im Freidorf gewirkt haben. Es gab einige «Gertrud»-artige Gestalten, zum Beispiel Frau Anna Frei, Frau Frieda Meyer-Allemann, Frau Mathilde Gallinger. Auch unter der jüngeren und jungen Ge­neration fehlen solche Frauengestalten durchaus nicht.

Und hier möge auch ein anerkennendes Wort stehen für die Frauen vom Abwartsdienst. Sie kannten noch keine «geregelte Arbeitszeit». Morgens um 4 Uhr wurden sie aufgeboten, wenn am Morgen nach einer Schlussfeier schon wieder etwas los war im Saal, und sonntags musste gewerkt werden, wenn zwischen Kurs und Bankett oder zwischen Vortrag und Schülerempfang umgestuhlt, aufgeräumt und vorbereitet werden musste. Und sie taten es unverdrossen - so unverdrossen wie Fritz Meister und Ludwig Vögtlin morgens um 5 Uhr antraten, wenn Glatteisgefahr war und ersterer im Winter Tag für Tag morgens um 6 Uhr das Genossenschaftshaus heizte.

Auch das war echter Freidorfgeist!

Baukommission

Vorsitzende: Hannes Meyer 1919-1926
Walther Faucherre 1926-1958
Fritz Müller seit 1958
Bauwart: Rudolf Musfeld 1921-1943
Fritz Meister 1943-1967
Hans Merz seit 1967

Architekt Hannes Meyer und seinen Bauführern wurde von Anfang an eine aus der Siedlerschaft be­stellte Baukommission beigegeben. Dadurch konnten Wünsche der Siedlerschaft berücksichtigt, aber auch vermeintliche Ungerechtigkeiten aufgeklärt und Un­zufriedene beschwichtigt werden. Architekt und Bau­führer nahmen an jeder Sitzung der Verwaltung teil. Nach Beendigung der Bauzeit war der Unterhalt der Bauten und der Gartenanlage die Hauptaufgabe die­ser Kommission. Ab 1923 wurde jedes Jahr (mit Aus­nahme von 1940, Generalmobilmachung) die Haus­inspektion durchgeführt und danach die Reparaturen und Unterhaltsarbeiten entschieden und eingeteilt. Während des Krieges blieb vieles im Rückstand, weil die Handwerker oft nicht zu bekommen waren. Die Gartenanlagen und Bäume wurden zuerst von Bauwart Rudolf Musfeld besorgt. 1925 wurde Gärt­ner Rudolf Giuliani zugezogen; seine gärtnerische Leistung durfte sich sehen lassen und wurde auch viel bewundert. Als seine Gesundheit ihn 1941 zum Rücktritt zwang, übernahm Gärtnermeister Paul Zehntner diese Aufgabe, nach ihm 1959 Edwin Wenger und seit 1965 Walter Stilli.

Architekt Walther Faucherre war von Anfang an Mit­glied der Baukommission; er kannte jedes Haus und seine Bewohner. Er musste mit immer weniger Geld die Häuser möglichst gut instandhalten. 1929 ent­standen die ersten acht Autoboxen entlang der St. Jakobstrasse; 1949 waren weitere zehn erforderlich. 1929 erhielten 76 Siedler gegen entsprechenden Miet­zinsaufschlag elektrische Herde anstelle der Rechauds. Damals wurde auch die erste Zentralheizung mit Kohlenfeuerung eingerichtet, und zwar im Haus von Bernhard Jaeggi, der alle Kosten auf sich nahm. Schon bei der Gründung und wiederum im Jahr 1935 war das Problem der Fernheizung studiert worden; die Berechnungen führten schon damals zum nega­tiven Entscheid. Die nochmalige gründliche Über­prüfung in den Jahren 1966-1968 führte zum end­gültigen Verzicht. 1936 wurde zum erstenmal die Möglichkeit geboten, die Einrichtung der Zentral­heizung mit Kohlenfeuerung gegen erhöhten Miet­zins abzugelten. 1947 wurde beschlossen, dass die Zentralheizung mit Ölfeuerung vollständig auf Ko­sten des Siedlers zu geschehen habe und in den Besitz der Siedlung übergehen werde. Spätere Umstellungen der Zentralheizung von Koks- auf Ölfeuerung und Neueinrichtung von Zentralheizungen mit Ölfeue­rung erfolgten nach den 1954 aufgestellten Richt­linien, das heisst die Anschaffung geschah auf Kosten des Siedlers; für den Fall eines Wegzuges wäre vom Anschaffungswert für jedes Jahr eine Amortisations­quote von 6% in Abzug zu bringen und der Rest­betrag zurückzuerstatten.

1954 wurden die Gartenhäge an den Eingängen zum Freidorf entfernt, und nach der Erneuerung der Drahtgartenhäge kam 1940-1944 etappenweise die erste Fassadenrenovation; damit wollte das Freidorf auch zur Arbeitsbeschaffung beitragen.

Ende Dezember 1941 reiste Friedrich Mattmüller nach Brasilien, und Franz Rohner übernahm die Boi­lerwartung, die er immer mit der gleichen Gewissenhaftigkeit besorgt.

1953 wurde in der unmittelbaren Nachbarschaft der Holzbock im Gebälk festgestellt; auch ein Teil un­serer Häuser war davon befallen. Sofort setzte die Behandlung des Gebälks gegen diesen Schädling ein.

1954 wurde das Fahrverbot erlassen, das die Benüt­zung der Freidorfstrassen nur den Anwändern gestat­tet; gleichzeitig wurden die offiziellen Verbottafeln für den Veloverkehr in den Querwegen aufgestellt. Im März 1935 ist in den Akten zu lesen: «Fräulein Lina Roth verheiratet sich mit Fritz Müller, Bau­techniker in Muttenz, und bekommt Haus 24 auf den 1. April.» Dieser Bautechniker Fritz Müller wurde 1958, als der kompetente und um das Freidorf rührend besorgte Walther Faucherre so plötzlich dahinschied, sein würdiger Nachfolger. Obschon 1959 der erste 21%ige Mietzinsaufschlag kam, hatte die Kommission auch unter Fritz Müller mit möglichst wenig Mitteln möglichst viel Mängel zu beheben und Wün­sche zu erfüllen. 1961 hatte er die totale Erneuerung der Gartenhäge zu überwachen, und 1963 wurde der Waschsalon im Genossenschaftshaus eingerichtet. 1964/65 lastete die Beaufsichtigung der zweiten Fassadenrenovation auf ihm.

Die Elektra Birseck ersetzte 1966 die letzten Doppelpreiszähler durch Haushalttarife. Seit 1964 ist Georg Eggenschwiler Delegierter von Muttenz einschliesslich dem Freidorf.

Die verschiedenen Korrektionen der Wege um das Freidorf kamen 1966 zu einem vorläufigen Ende; die Autobahnen werden weitere Veränderungen unserer Umgebung bringen.

Im Frühjahr 1968 strich die Dorfjungmannschaft die Gartenhäge. Es wurde entschieden, dass auf eine gemeinschaftliche Fernsehantenne für das Freidorf im Moment noch verzichtet werden müsse.

Schon zur Zeit von Walther Faucherre war die Verwaltung froh, wenn die Siedler in Anbetracht der niedrigen Mietzinse auf eigene Kosten Verbesserungen im Haus vornehmen liessen, und das haben manche Siedler in anerkennenswerter Weise getan. Aber die häufigen Todesfälle und die damit verbundenen Hauswechsel brachten derart hohe Kosten für Renovationen, dass nach einer Lösung gesucht werden musste, die es erlaubte, den dringend notwendigen Unterhalt der Häuser und die Modernisierung von Küche, Bad und Heizung so an die Hand zu nehmen, wie es die Verwaltung verantworten konnte. Finanzkommission und Baukommission haben in Zusammenarbeit mit der Verwaltung Projekte ausgearbeitet, die es der inzwischen bestellten Engeren Baukommission ermöglichten, der Verwaltung am 25. Februar 1966 definitive Vorschläge zu unterbreiten für die Renovation von Küche, Bad und Heizung bei Hauswechsel. Auch bereits im Freidorf wohnende Siedler konnten und können freiwillig solche Renovationen machen lassen zu den entsprechenden festen Mietzinsaufschlägen. Davon haben bis jetzt eine nette An­zahl Siedler Gebrauch gemacht.

Alterswohnungen

Im November 1959 wies Präsident Willy Kreuter darauf hin, dass die Schaffung von Alterswohnungen auch vom Freidorf ins Auge gefasst werden sollte, obwohl vorerst aus finanziellen Gründen nicht konkret an ein solches Projekt herangegangen werden könne. In der Generalversammlung vom 28. April 1961 machte Hugo Vögtlin auf die Wünschbarkeit von Alterswohnungen aufmerksam, und in der ausser­ordentlichen Generalversammlung von 1962 griff Hans Knutti diesen Gedanken wieder auf und stellte der Generalversammlung vom 5. April 1963 den Antrag zur Schaffung von Alterswohnungen. Am 3. Mai 1963 wurde eine Kommission zum Studium von Alterswohnungen eingesetzt, bestehend aus Rene Grob als Vorsitzendem, Hans Maurer, Hans Knutti, Peter Geyer, Georg Tschudin, Fritz Müller und Liny Eckert, Damals dachte man noch an einen Bau auf dem Kantinenareal; aber mit den Veränderungen der Projekte des ACV durch die voraussichtliche Landabtretung an die Gemeinde für den Strassenbau und durch die negative Entwicklung im Genossenschaftshaus wurde im Juni 1967 ein eigenes Projekt im Freidorf an Stelle des Genossenschaftshauses ins Auge gefasst. Dass Alterswohnungen im Freidorf notwendig sind, zeigt die Tatsache, dass 1968 in unsern Häusern 24 Witwen und 47 Pensionierte wohnten. Viele werden froh sein, das Freidorf nicht verlassen zu müssen, wenn die Zeit heranrückt, da ihnen die Führung von Haus und Garten beschwerlich wird.

Im Moment liegt ein Projekt vor von Architekt Wil­helm Münger, das im Parterre einige Räume für die Siedlung vorsieht, im übrigen Zwei-und Einzimmer-Wohnungen, die subventionsberechtigt wären. Dieses Projekt wird vor allem von Heimatschutz und Denkmalpflege angefochten, weil es bedingt, dass das von Hannes Meyer erbaute Genossenschaftshaus ab­gerissen werden müsste.

Finanzkommission

Vorsitzende: Ernst Lienhardt 1919-1943
Fritz Gallinger 1943-1951
Peter Geyer seit 1951

Ernst Lienhardt hat in Zusammenarbeit mit Bernhard Jaeggi die Berechnungen für die Kollektivversiche­rung I und II aufgestellt, und diese Versicherungen werden heute noch von der Finanzkommission ver­waltet. Ebenso verwaltet sie die Wohlfahrtskasse und den Wohlfahrtsfonds; die sechs Gruppenleiter der «Batzensparkasse» und deren Verwalter gehören ihr an sowie die Mitglieder, die die Versicherungsagen­turen besorgten und noch besorgen. Immer mehr lag ihr auch ob die Begutachtung von Kreditbegehren und die Aufstellung von Voranschlägen.

Solange Bernhard Jaeggi lebte, behielt er die Aufsicht und Übersicht über die Finanzlage des Freidorfs. Ihm lag sehr daran, der Stiftung zur Förderung von Sie­delungsgenossenschaften möglichst viel aus den Erträgnissen des Freidorfs zuzuweisen, wie es der Ver­trag mit dem VSK vorsieht. Am 7. Mai 1923 floss dieser Stiftung eine erste Zahlung von 100000 Fran­ken zu. 1924, als das Freidorf schon beträchtliche Steuern zu zahlen hatte, auch Kriegssteuern, konnten statt der vorgesehenen 70000 Franken nur 50000 überwiesen werden. Trotz grösster Sparsamkeit konnten nie mehr als 50 000 Franken erübrigt werden, obwohl in den Anfangsjahren noch keine grossen Reparaturen anfielen. 1937-1945 setzten die Zahlun­gen aus. 1946, als das Wehropfer wegfiel, konnten wieder 50000 Franken überwiesen werden; auch 1947 und 1948 war es mit Mühe und Not noch möglich. Nachher konnten sich die Delegierten der Stiftung selbst überzeugen, dass eine Zuweisung unmöglich war. Die harte Wirklichkeit, die Bernhard Jaeggi noch selbst erfuhr, hat seinen schönen Plan, aus den Erträgnissen des Freidorfs weitere solche Siedlungen erstehen zu lassen, zunichte gemacht.

Die niedrigen Hauszinse, die sehr hohen Steuern und Abgaben, die immer teurer werdenden Reparaturen und Unterhaltsarbeiten zwangen zu äusserster Spar­samkeit. Aus dieser Sicht heraus ist der abschlägige Bescheid der Verwaltung und der Finanzkommission zu verstehen auf eine Eingabe aus der Siedlerschaft (1945) betreffend Reduktion des Mietzinses, wenn Zentralheizung, Herd usw. amortisiert seien. Diese Mietzinserhöhungen waren und sind nicht als «Ab­zahlung » zu betrachten, sondern als Entgelt für die Wertvermehrung des Hauses.

1964 bildete sich eine kleine Gruppe von Fachleuten aus der Finanzkommission, der Finanzausschuss. Alle Vorarbeiten wurden zusammengetragen, und im März 1967 erstellte René Grob, Mitglied dieses Aus­schusses, einen Finanzplan für die nächsten 10 Jahre. Er basierte auf der Annahme, dass der ACV das Kan­tinenareal im Baurecht überbaue, und enthielt alle Personal- und andern festen Kosten, ein Instand­stellungsprogramm mit allen Detailberechnungen und Amortisationen. «Die Verwaltung war sich im­mer bewusst, dass wir vor grossen und finanziell etwas unheimlichen Aufgaben stehen, aber die Kon­frontation mit den effektiven Zahlen wirkte gleich­ wohl schockartig auf die Mitglieder der Verwaltung », ist im Protokoll zu lesen.

Im Juni 1967 trat der Finanzausschuss mit seinem Projekt vor die Finanzkommission, die Mitglieder der Kontrollstelle und Vertreter der verschiedenen Siedlergruppen, um ihnen verständlich zu machen, dass die Siedelungsgenossenschaft ihre Aufgaben un­möglich auf verantwortbare Weise erfüllen kann, wenn nicht in nächster Zeit neue Einnahmen be­schafft werden durch Erhöhung der Anteilscheine und später durch einen weiteren Mietzinsaufschlag. Leider wurde dieser Plan hinfällig durch die sich im­mer wieder verändernde Situation für die Über­bauung des Kantinenareals. Sobald ein definitives Projekt vorliegt, wird unser Finanzplan modifiziert.

Betriebskommission

Vorsitzende: Ernst Suter 1919-1928
Ernst Scholer 1928-1935
Emil Gisin-Volpp 1935-1949
Felix Giuliani 1949-1961
Hans Maurer 1961-1962
Theodor Siegrist 1962-1967

Vor allem die ersten drei Vorsitzenden, Ernst Suter, Ernst Scholer und Emil Gisin-Volpp, gehörten als Vorsitzende der Engeren Betriebskommission zu den ehrenamtlichen «Schwerarbeitern». Sie hatten alle Aufgaben zu erfüllen, die nicht vom festangestellten Personal übernommen werden konnten. Die Ergeb­nisse der Geschäftsführung waren erfreulich, aber es wurde auch scharf gewacht über die Bezugstreue der Mitglieder. Betrüblich waren die Manki, die sich gleich von Anfang an zeigten und gegen die immer mehr oder weniger vergeblich angekämpft wurde. Schon 1927 wurde erwogen, ob man nicht auf Rück­vergütung für Milch und Milchprodukte verzichten sollte; man erhielt aber diese Sonderleistung des Freidorfladens aufrecht bis zur Aufgabe des Ladens. Unter der Leitung von Ernst Scholer wurden viele betriebliche Verbesserungen eingeführt. 1929 wurde der Manufakturladen eingerichtet, und Fräulein Marie Hunziker, «’s Marieli», trat als Verkäuferin ein und wurde schon bald Zweite. 1932 wurde vor­ übergehend Fräulein Frieda Burggraf, die Instruk­tionsverkäuferin des VSK, als Ladenleiterin und In­struktorin eingesetzt.

Als 1923 das Genossenschaftliche Seminar (Stiftung von Bernhard Jaeggi) errichtet wurde, hatten die Teilnehmerinnen der ab 1929 regelmässig durch­ geführten Ausbildungskurse für Verkäuferinnen (da­mals gab es noch keine staatliche Schulung) Gelegen­heit, im Freidorfladen ihre praktische Ausbildung zu erhalten. Als 1934 Ernst Scholer zurücktrat, schloss der Seminarleiter Bernhard Jaeggi mit der Siede­lungsgenossenschaft Freidorf einen Vertrag ab, wo­ nach dem Seminar der Verkaufsdienst übertragen wurde; es kam auch für die Manki auf. Wareneinkauf und Preisfestsetzung hatte die Engere Betriebskom­mission zu besorgen (Emil Gisin-Volpp, Erwin Hart­mann, Hugo Vögtlin, Emil Reichardt, Adolf Amsler, Wilhelm Schweizer, Fritz Ribi, später Josef Bisei, Karl Wiedemann und Alfons Studer).

Im Freidorf war volle Bedarfsdeckung möglich. Die Bezugstreue liess nur ganz vereinzelt zu wünschen übrig, und somit ergaben sich grosse Umsätze, die die Ergebnisse anderer Konsumgenossenschaften mehr­fach übertrafen.

Die Betriebsrechnung schloss gut ab dank der tüchti­gen Leitung, dem Abkommen mit dem VSK und der Einsparung von Personal durch die Lehrtöchter des Seminars. Bernhard Jaeggi schaffte 1936 eine Regi­strierkasse an, «um die jungen Menschen vor Ver­suchungen und vor Verdächtigungen zu schützen». Schon 1936 wurde das «Freidorfgeld» auf den Migrosverkehr und die ACV-Kaufhäuser beschränkt. «Es handelt sich um eine Anpassung an die durch die Zeit veränderten Verhältnisse», sagte Bernhard Jaeggi. Nach Übernahme des Migros- und Inkasso­dienstes durch Hans Maurer verschwand es auf den 31. Dezember 1948 ganz.

Als 1939 der Krieg ausbrach, hatte die Betriebskom­mission vorgesorgt. Trotz beträchtlicher Militär­bezüge der einquartierten Truppen waren genügend Waren vorhanden. 1941 trat die Warenumsatzsteuer in Kraft. Das Rationierungsmarkenkleben war keine geschätzte Arbeit!

1946, 1951 und 1956 sondierte der ACV vergeblich wegen Übernahme des Freidorfladens. 1952 errichtete er an der Ecke Schanzweg/Schweizeraustrasse die Ladenbaracke, die aber nach einigen Jahren ver­schwand.

Otto Zellweger, Delegierter des VSK und der Stif­tung, schlug 1948 vor, einen Verwalter anzustellen, um die Manki zum Verschwinden zu bringen, da sich das Seminar weigerte, weiterhin dafür aufzukommen. «Wir müssen uns an die realen Verhältnisse anpassen und aus der Praxis lernen. Einzelne ehrenamtliche Funktionäre sind überlastet, und geeigneter Nachwuchs ist nicht vorhanden », sagte er. Am 1. Novem­ber 1948 trat André Saenger als erster bezahlter Ver­walter in den Dienst der Siedelungsgenossenschaft. Auf ihn waren grosse Hoffnungen gesetzt. Er über­nahm die Betriebsbuchhaltung von Paul Kleeb, damit er die Übersicht hatte. Er führte 1951 die erste Weih­nachtsausstellung im Saal mit gutem Erfolg durch. 1952 wurde Andre Saenger Sekretär des II. Departe­ments des VSK.

Mit der Aufhebung der Modernen Verkäuferinnen­schule Ende März 1952 wurde der Vertrag mit dem Genossenschaftlichen Seminar hinfällig. Mit dem Wegzug der «Modernen» wurde es stiller im Frei­dorf; sie zogen nicht mehr Arm in Arm singend und lachend durch die Freidorfwege.

Am 21. April 1952 wurde Emil Gisin-Ulrich, der Sohn des ehemaligen Vorsitzenden der Betriebskommis­sion, als Verwalter gewählt. 1952 wurde der Laden auf Selbstbedienung umgebaut. Der Umbau und die Anstellung von Verkäuferinnen statt der Lehrtöchter des Seminars belasteten die Betriebsrechnung.

Als spezielle Leistung unseres Ladens darf gewürdigt werden, dass bei uns während der Suezkrise 1956 im­mer genügend Waren vorrätig waren. Im Jahr 1960 trat die Siedelungsgenossenschaft Freidorf dem Re­gionallager Frenkendorf bei. 1961, mit der Zunahme der Anschaffung von Kühlschränken in den Haus­haltungen, wurde der sonntägliche Milchdienst auf­gehoben, und 1963 gewährte unser Laden als erster dem Verkaufspersonal den freien Samstagnachmittag. Ab 1. Januar 1963 führte unser Laden die AER-Marken (einheitliche Rückvergütungsmarken) ein. 1964 und 1965 wurde der Laden an drei freien Nach­mittagen sukzessive und mit geringen Kosten auf Selbstbedienung auch für Milch, Gemüse, Backwaren und Tiefkühlprodukte umgestellt. Am 30. Dezember 1964 wurde der Umsatz von einer Million Franken überschritten.

Was ehrenamtliche Arbeit gerade in der Betriebskom­mission für unsere Siedlung bedeutet hat, mag in ein paar Zahlen zum Ausdruck kommen: 1947, am Ende der ehrenamtlichen Verwaltung, betrugen die Löhne 4,8% vom Umsatz; 1951, als die unentgeltliche Mit­arbeit der Lehrtöchter des Seminars aufhörte, betrug der Prozentsatz 6,5%; 1961: 8,38%, und für 1963 waren 8,96% budgetiert.

Am 1. April 1967 war der Moment gekommen, wo das Freidorf aufhören musste, eine Vollgenossen­schaft zu sein. Die Neuorganisation des VSK in der Warenverteilung und die damit verbundene Auf­hebung der Sonderbedingungen für unseren Laden führten zwangsweise zur Übergabe des Ladens an den ACV.

Erziehungskommission

Vorsitzende: Dr. Henry Faucherre 1919-1951
Dr. Hans Dietiker 1951-1961
Paul Freivogel 1961-1964
Hans Rüsch seit 1964

In den ersten Jahren war die Erziehungskommission eine für das Freidorf lebenswichtige Institution, und es ist weitgehend ihr zu danken, dass ein Freidorf­geist und eine Freidorfgesinnung entstehen konnte. Dr. Henry Faucherre stellte in Zusammenarbeit mit Dr. Karl Munding gleich zu Beginn des Baus Leit­sätze und Erziehungsprinzipien auf, die in «25 Jahre Siedelungsgenossenschaft Freidorf» aufgeführt sind. Die Freidorfschule samt Kleinkinderschule standen unter dem Patronat der Erziehungskommission. Sie ergänzte die Schulerziehung mit der Abhaltung von speziellen Kinderanlässen, in den Sonntags- und Mittwochschulen, die bei den Kindern sehr beliebt waren. Es existierte auch eine Jungmännergruppe unter der Leitung von Dr. Henry Faucherre und eine Töchtergruppe unter Fräulein Eva Tschopp.

Die Erziehungskommission errichtete Anfang 1921 den Grundstock zur Bibliothek, die regelmässig be­reichert wurde. Deren Betreuung war Ehrensache. Bis 1945 besorgten das Dr. Henry Faucherre und Willy Geyer. Später amteten Peter Geyer und Werner Meister, vorher aushilfsweise und von 1950 bis 1968 ständig Fräulein Annelies Wallbrunn; seit kurzem Fräulein Gabriele Rüsch.

Unter dem Vorsitz von Dr. Henry Faucherre wurde der Siedlerschaft Jahr für Jahr von Oktober bis März jeden Monat abwechslungsreiche Belehrung geboten: Vorträge, Vorlesungen, Filme, musikalische Dar­bietungen. Während der zwanziger Jahre und vor allem während der Zeit der grossen Arbeitslosigkeit, als die Löhne noch klein waren und im Familien­budget für Unterhaltung und Bildung nicht viel übrig blieb, waren diese hochwertigen Gratisveranstaltun­gen ein segensreiches Wirken. Viele der Referenten waren nachher Gast im Hause Faucherre. In seinem Gästebuch finden sich Namen wie Jean Bard (Schau­spieler in Genf), die Schriftsteller Emil Balmer, Simon Gfeller, Th. von Greyerz, Ernst Balzli, Theobald Baerwart, Robert Christ (Fridolin), Traugott Meyer, Rudolf Gräber, Fritz Wartenweiler; ausserdem er­innern sich sicher noch viele an den Abend mit Ruth Blum. Damals wie auch an vielen andern Veranstal­tungen des Freidorfs wirkten auch die Lehrtöchter des Seminars mit, deren Lehrplan auch das Singen ein­schloss unter Fritz Spaeti und alt Rektor Jakob Gysin. Nach 32 Jahren unverminderten Einsatzes übergab Dr. Henry Faucherre den Vorsitz seinem späteren Nachfolger als Leiter des Genossenschaftlichen Se­minars, Dr. Hans Dietiker. Auch er setzte sich in den ersten Jahren vehement ein, um die Arbeit seines Vor­gängers auf hohem Niveau zu fördern. Die Über­nahme der Leitung des neuen Seminars im Sommer 1956 brachte ihm grosse Aufgaben, und er hoffte, dass sich die Siedlerschaft auch für seine hochwertigen Veranstaltungen im Genossenschaftlichen Seminar interessieren werde, so dass nicht doppelte Aufwen­dungen an Zeit und Kosten notwendig seien. Als aber seine Erwartungen enttäuscht wurden, erlahmte seine Initiative für die Belange des Freidorfs. Mit seinem Austritt aus der Verwaltung stellte er auch sein Amt als Vorsitzender der Erziehungskommission zur Ver­fügung.

Seine Nachfolger, Lehrer Paul Freivogel wie auch später Hans Rüsch, kamen in eine Zeit, wo es schwierig wurde, attraktive Themen zu finden. Radio, Fernsehen, Volkshochschulkurse, Konzerte und andere bildende Veranstaltungen - verbunden mit dem zu­nehmenden Autobestand in unsern Freidorfstrassen - lockten die Siedlerin die Stadt; Gratisveranstaltungen waren nicht mehr so wichtig. Bis jetzt wurde der An­satz nicht wieder gefunden, der heute im Freidorf kulturelle Gemeinschaftsinteressen schaffen könnte.

Ist eine Erziehungskommission in einer Siedlung wie der unsrigen wirklich überholt?

Unterhaltungskommission

Vorsitzende: Heinrich Beglinger 1919-1930
Frau Margarete Rinderer 1930-1935
Fritz Spaeti 1935-1938
Gaston Rudin 1938-1951
Paul Freivogel 1951-1956
Alfons Studer seit 1956

Es zeigt sich schon an der bisher grössten Reihe von Vorsitzenden, dass diese Kommissionsarbeit etwas Ermüdendes an sich haben muss. Auch hier war man in den ersten Jahren mit heller Begeisterung und grossem Ehrgeiz bestrebt, die Freidorfanlässe zu Er­lebnissen zu gestalten, und den damals vielleicht tatsächlich geringeren Ansprüchen der Siedlerschaft scheint diese Kommission vollauf Genüge geleistet zu haben. Während vieler Jahre und vor allem wäh­rend des Krieges waren Jahresfeier, Weihnachtsfeier Feste, die man dankbar genoss; sie verschafften das kräftigende Gefühl der Geborgenheit und Verbun­denheit «in den Wirren der Zeit». In den Program­men der Jahresfeiern kam das deutlich zum Ausdruck. Was da alles auf unserer altmodischen Bühne «us aigenem Bode » (Familie Hobi!) begeistert und begei­sternd geboten wurde, weist wohl auf eine andere Mentalität hin, als wir sie heute kennen.

Aber wenn wir an unsere alljährlichen Kinderfeste: Fasnachtszügli, Internationaler Genossenschaftstag usw. denken und an - auch in den letzten Jahren - wohlgelungene Jahresfeiern: 1960 «Mattenfest», 1967 festliches, fröhliches Zusammensein der Siedler zur Jahresfeier, dann scheint uns die Arbeit der Unter­haltungskommission keine «vergebene Liebesmüh». Die aufwendigsten Jahresfeiern müssen nicht un­bedingt die denkwürdigsten sein, und für die Kinder ist die Teilnahme an einem Festli oder Zügli doch immer herrlich aufregend.

Nein, zu Pessimismus ist noch kein Grund.

Gesundheitskommission

Vorsitzende: Dr. Jakob Pritzker 1919-1949
Hans Meier-Edinger 1949-1961
Willy Häfliger seit 1961

Diese Kommission hatte wichtige Aufgaben bei den Vorbereitungen zu den Grossveranstaltungen der Siedlung wie zum Beispiel bei der Einweihung des Gedenksteines und bei der Einweihung des Genossenschaftshauses. Zum Glück musste der Sanitätsdienst aber während der Feste nicht und während der 50 Jahre des Bestehens der Siedlung für Unglücksfälle nur sehr selten in Anspruch genommen werden. Sie richtete drei Krankenmobilienmagazine ein, die im Laufe der Jahre dank des guten Gesundheitszustandes der Siedlerschaft auf eine Station, Haus 86, reduziert werden konnten.

Nachdem die Kommission unter Dr. Jakob Pritzker auch jedes Jahr zu Vorträgen über gesundheitliche Themen einlud, beschränkte sich ihre Tätigkeit immer mehr auf sporadische Aktionen, hauptsächlich auf Bekämpfung der Schnakenplage. Einige Jahre kämpfte sie, zusammen mit der Sicherheitskommission, gegen die Ratten, die von den nahegelegenen Schuttablagerungsplätzen (damals war nur alle 14 Tage Kehrichtabfuhr!) ins Freidorf kamen. Sie hatte 1934 auch die Kehrichtdeponierung zu überwachen. Wiederholt musste die Kirschenfliege bekämpft werden, und auch das Auftreten der Maulwurfsgrille und anderer Schädlinge gab ihr Arbeit.

Im Dezember 1948 musste die Verwaltung bei der Gemeinde vorstellig werden wegen der Verunreini­gung der Luft durch die chemischen Fabriken, die inzwischen in Muttenz ansässig geworden waren. Diese Belästigung zog sich über viele Jahre hin, bis die chemische Industrie ihre gesundheitliche Schädigung der Bevölkerung zu bekämpfen vermochte. Hoffen wir, dass wir vor weiteren Überraschungen verschont bleiben.

Sicherheitskommission

Vorsitzende: Paul Ernst 1919-1921
Willy Geyer 1921-1924
Johann Rüegg 1924-1928
Christian Maurer 1928-1935
Josef Jaeggi 1935-1952
Fritz Meister seit 1952

Sie hatte am Anfang wichtige Funktionen, denn sie musste den polizeilichen Schutz ersetzen, den die Gemeinde nicht gewähren konnte. Sie trat vor allem in Aktion von 1921 bis 1924, als Laden, Restaurant und Schule auf dem Kantinenareal betrieben werden mussten. Nachdem das Genossenschaftshaus bezogen war, konnte die Nachtwache aufgehoben werden. 156 Männer waren am Nachtwachdienst beteiligt gewesen. Insgesamt 13765 Stunden wurde gewacht, also rund 90 Stunden je Siedler. Die Wachmannschaft der Silvesternacht 1922/23 fand nicht nur Wein und Gugelhopf im Wachtlokal vor, sondern erlebte auch den grandios schaurigen Brand des ersten Goethe­anums in Dörnach. Wenn die Wachmannschaft auch gute Kameradschaft hielt, so sei gegen die Aufhebung des Wachdienstes doch nicht protestiert worden, melden die Akten.

1935 starb Paul Ernst, der sich besonders in der Feuerwehr verdient gemacht hatte.

Später half die Sicherheitskommission der Gesund­heitskommission bei Schädlingsbekämpfung usw., und 1965 meldeten die Mitglieder der Sicherheits­kommission von Haus zu Haus die Wasserverunrei­nigung in Muttenz.

Noch 1943 konnte geschrieben werden: «Auf jedes Haus kam eine tätige Person für die Siedlungssache. So ist es die Jahre hindurch geblieben, und zum grossen Teil gehören den Kommissionen noch die ursprünglich ernannten Mitglieder an.»

Das hat sich seit 1967 geändert, und seit 1943 sind manche der Ursiedler gestorben oder amtsmüde ge­worden; junge Siedler sind an ihre Stelle getreten. In einzelnen Kommissionen ist das Leben schwächer geworden, weil die Verhältnisse sich änderten. Wo aber heute noch Arbeit vorhanden ist in den Kom­missionen (Bau-, Finanz- und bis 1967 in der Betriebskommission), waren und sind immer noch Leute da, die freiwillig, unentgeltlich und ausdauernd für unsere gemeinsame Sache arbeiten. Auch jetzt, während der Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier, dürfen wir feststellen, dass ältere und jüngere und ganz junge Siedler sich wacker in die Reihen der freiwilligen, unentgeltlichen Mitarbeiter stellen.

Eine der zukünftigen Aufgaben der Verwaltung wird sein, die Idee der gemeinsamen Arbeit in den Kom­missionen neu zu überdenken und sie den neuen Gegebenheiten anzupassen.

oeffentlich/50jahre/mitarbeiter_in_der_verwaltung.txt · Zuletzt geändert: von 127.0.0.1