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Das Klösterli: ein besonderer Platz


Der stille Platz

Am Ende dieser Strasse befindet sich der «beschauliche Wohnplatz», wie ihn der Architekt Hannes Meyer selbst genannt hatte. Heute ist dieser Ort als «Klösterli» bekannt, weil er etwas abgeschieden vom Rest des Freidorfs liegt. Sechs der insgesamt zehn grossen Wohnhäuser stehen hier. Neben dem Brunnen und den vier Platanen zierte diesen Ort einst auch ein prächtiger Iris-Garten. Der erste Bewohner des Hauses Nummer 142 war Hannes Meyer. Gleich nebenan im Haus 141 wohnte Professor Johann Friedrich Schär, mit dem er eng befreundet war.


Klösterli, 1921

Hannes Meyer (1889 - 1954)

Meyer wurde in Basel geboren. Nach dem Tod seines Vaters wurde Oskar Schär, Sohn von Johann Friedrich Schär, sein Vormund. Das Freidorf war das erste Projekt, das er als selbstständiger Architekt realisieren konnte. Nach der Fertigstellung bezog er das Haus Nummer 142, wurde Leiter der Baukommission und verfasste für die Siedlerinnen und Siedler Anleitungen für die Gestaltung und Pflege der Häuser und Gärten. 1927 wurde er Professor und Direktor am Bauhaus in Dessau. Später arbeitete er in Russland und Mexiko. 1939 entwarf er für Bernhard Jaeggi das Kinderheim in Münmliswil.



Hannes Meyer; Photo: Hermann Bunzel, 1928; Stiftung Bauhaus Dessau

Johann Friedrich Schär (1846 - 1924)

Lehrer, Käsehändler, Präsident des VSK1), Dozent an der Universität Zürich, Ehrendoktor, Professor an der Handelshochschule in Berlin - und ein Pionier der schweizerischen Genossenschaftsbewegung und der modernen Betriebswirtschaftslehre: ein ungewöhnlicher Werdegang. Um für die Genossenschaften tiefere Einkaufspreise zu erzielen, führte er den zentralen Einkauf durch den VSK ein. Er setzte sich für die Anpassung des Bodenrechts und für Wohnbaugenossenschaften ein. Nach seiner Emeritierung als Professor 1921 wohnte er als Mitglied der Erziehungskommission im Freidorf im Haus 141.


Prof. Dr. Johann Friedrich Schär

In Kürze

Die verschiedenen Haustypen im Freidorf

Typ Grund-
fläche m²
Anzahl
Zimmer
Jahresmiete
1920 in SFr.
Anzahl
Häuser
I 56,5 4 850 82
1 A 58,8 4 900 28
II 68,4 5 1100 10
II A 77,5 5 1200 12
II B 79,1 5 1200 8
III 107,6 6 1600 10

Heute werden die Häuser mit einem zusätzlichen Zimmer vermietet, der Mansarde.

1)
VSK: Verband schweizerischer Konsumvereine, heute: Coop