====== Das Klösterli: ein besonderer Platz ====== [<>] ---- ===== Der stille Platz ===== {{:oeffentlich:lernpfad:pasted:20220529-233612.png?300 }} Am Ende dieser Strasse befindet sich der «beschauliche Wohnplatz», wie ihn der Architekt Hannes Meyer selbst genannt hatte. Heute ist dieser Ort als «Klösterli» bekannt, weil er etwas abgeschieden vom Rest des Freidorfs liegt. Sechs der insgesamt zehn grossen Wohnhäuser stehen hier. Neben dem Brunnen und den vier Platanen zierte diesen Ort einst auch ein prächtiger Iris-Garten. Der erste Bewohner des Hauses Nummer 142 war Hannes Meyer. Gleich nebenan im Haus 141 wohnte Professor Johann Friedrich Schär, mit dem er eng befreundet war. \\ //Klösterli, 1921// ===== Hannes Meyer (1889 - 1954) ===== {{:oeffentlich:lernpfad:pasted:20220529-233650.png?300 }} Meyer wurde in Basel geboren. Nach dem Tod seines Vaters wurde Oskar Schär, Sohn von Johann Friedrich Schär, sein Vormund. Das Freidorf war das erste Projekt, das er als selbstständiger Architekt realisieren konnte. Nach der Fertigstellung bezog er das Haus Nummer 142, wurde Leiter der Baukommission und verfasste für die Siedlerinnen und Siedler Anleitungen für die Gestaltung und Pflege der Häuser und Gärten. 1927 wurde er Professor und Direktor am Bauhaus in Dessau. Später arbeitete er in Russland und Mexiko. 1939 entwarf er für Bernhard Jaeggi das Kinderheim in Münmliswil. \\ \\ //Hannes Meyer; Photo: Hermann Bunzel, 1928; Stiftung Bauhaus Dessau// ===== Johann Friedrich Schär (1846 - 1924) ===== {{:oeffentlich:lernpfad:pasted:20220529-233730.png?300 }} Lehrer, Käsehändler, Präsident des VSK((VSK: Verband schweizerischer Konsumvereine, heute: Coop)), Dozent an der Universität Zürich, Ehrendoktor, Professor an der Handelshochschule in Berlin - und ein Pionier der schweizerischen Genossenschaftsbewegung und der modernen Betriebswirtschaftslehre: ein ungewöhnlicher Werdegang. Um für die Genossenschaften tiefere Einkaufspreise zu erzielen, führte er den zentralen Einkauf durch den VSK ein. Er setzte sich für die Anpassung des Bodenrechts und für Wohnbaugenossenschaften ein. Nach seiner Emeritierung als Professor 1921 wohnte er als Mitglied der Erziehungskommission im Freidorf im Haus 141. \\ Prof. Dr. Johann Friedrich Schär ===== In Kürze ===== Die verschiedenen Haustypen im Freidorf ^Typ| Grund-\\ fläche m²| Anzahl\\ Zimmer| Jahresmiete\\ 1920 in SFr.| Anzahl\\ Häuser| |I| 56,5| 4| 850| 82| |1 A| 58,8| 4| 900| 28| |II| 68,4| 5| 1100| 10| |II A| 77,5| 5| 1200| 12| |II B| 79,1| 5| 1200| 8| |III| 107,6| 6| 1600| 10| Heute werden die Häuser mit einem zusätzlichen Zimmer vermietet, der Mansarde.