====== Die Gründung ====== [<>] ---- ===== Bernhard Jaeggi (1869 - 1944) ===== {{:oeffentlich:lernpfad:pasted:20220529-233247.png?300 }} Nach einer Banklehre wurde Jaeggi 1900 von Johann Friedrich Schär, Präsident des Verwaltungsrats, zum VSK((VSK: Verband schweizerischer Konsumvereine, heute: Coop)) gerufen und wurde dort später Präsident der Direktion. Jaeggi war politisch aktiv, war Grossrat in Basel und später Nationalrat (1977 legte er alle politischen Ämter nieder). Unter seiner Leitung gründete der VSK Produktions- und Dienstleistungsbetriebe und wurde zu einer Wirtschaftsmacht. Nach der Gründung des Freidorfs und des Genossenschaftlichen Seminars ernannte ihn die Universität Basel zum Ehrendoktor. Er bewohnte mit seiner Frau Pauline das Haus Nummer 115. \\ //Bernhard Jaeggi beim Spielplatz; Photo: vermutlich Berty Stoll// ===== Verband schweizerischer Konsumvereine (VSK) ===== {{:oeffentlich:lernpfad:pasted:20220529-233328.png?300 }} Von 1864 bis 1890 entstanden in der Schweiz über 100 Konsumvereine nach dem Vorbild von Rochdale. 27 dieser Vereine gründeten 1890 den VSK mit einem Büro in Basel, der die Interessen der Vereine nach aussen vertreten und den Informationsaustausch zwischen ihnen fördern sollte. Bald wurde der VSK zum zentralen Dienstleister für gemeinsamen Einkauf, für Finanzdienstleistungen, Produktionsbetriebe und Sozialversicherungen. 1967 wurde der VSK in «Coop Schweiz» umbenannt. 2001 wurden die Genossenschaften und «Coop Schweiz» zur heutigen Coop zusammengeführt. \\ //Emblem des VSK; Buchdruckerei des VSK, 1921// ===== Die Finanzierung ===== {{:oeffentlich:lernpfad:pasted:20220529-233412.png?300 }} Erschwingliches und menschenwürdiges Wohnen sind zentrale Anliegen auch von Konsumgenossenschaften. Bernhard Jaeggi hatte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg für eine politische Lösung der «Wohnungsfrage» eingesetzt. Nach dem Krieg wurde eine Kriegsgewinnsteuer eingeführt. Oskar Schär als Vertreter des VSK((VSK: Verband schweizerischer Konsumvereine, heute: Coop)) im Nationalrat setzte sich dafür ein, dass Kriegsgewinne, die in den sozialen Wohnungsbau investiert würden, per Gesetz von der neuen Steuer befreit wurden. Wenige Wochen nachdem das Gesetz in Kraft getreten war, gründete der VSK das Freidorf mit einer Stiftung von 7,5 Millionen Franken. \\ //Die Gründung; Zeichnung von Fritz Zbinden, 1924// ===== In Kürze ===== Entwicklung des Verbandes 1892-1922 ^ Jahr| Umsatz\\ des VSK((VSK: Verband schweizerischer Konsumvereine, heute: Coop))\\ in 1000 SFr.| Angestellte\\ des VSK| Anzahl\\ Vereine((dem VSK angeschlossene Konsumvereine))| Umsatz\\ der Vereine\\ in 1000 SFr.| Angestellte \\ der Vereine| ^ 1892| 44| 1| 35| ^ 1902| 5'004| 31| 133| 38'685| 1'500| ^ 1912| 37'271| 359| 369| 123'366| 4'552| ^ 1922| 118'422| 737| 508| 274'693| 7'441| Ende 1922 wohnten von den 737 Angestellten des VSK rund 120 im Freidorf, also fast ein Sechstel der Belegschaft.